Foren
Forum „Platz nehmen im öffentlichem Raum“
Jugendliche & junge Erwachsene & öffentlicher Raum
Einblicke in unsere Arbeitswelt im öffentlichen Raum
(Exkursion in die Grazer Innenstadt mit Caritas Jugendstreetwork)
Streetwork trifft Soziologie
Mag. Stefan Pree, Mag.a (FH) Kerstin Stöhr - Jugendstreetwork Graz
Univ. Prof. Dr. Peter Gasser–Steiner, Mag.a Karina Fernandez - KF-Universität Graz
Streetwork trifft Architektur
DSP Alex Mikusch, Dr. Gerald Pelger - Jugendstreetwork Graz
Ernst Muhr, DI Ruth Oberthaler - Fratz Graz
Streetwork trifft Architektur
Im Mittelpunkt dieses Forums steht die Frage, ob Öffentliche Räume so gestaltbar sind, dass sie auch den Bedürfnissen von jungen Menschen gerecht werden können. Den praktischen Teil des Forums bilden Streifzüge am Jakominiplatz und im Augarten. Wir starten in den Räumlichkeiten von Caritas Jugend-Streetwork mit der Vorstellung unserer Arbeit, die sich als ”Nachgehende Sozialarbeit” versteht und die sich deshalb an der Lebenswelt der Jugendlichen orientiert. Dazu finden individuelle Rundgänge auf dem Jakominiplatz statt und es gibt Raum für den Austausch der dabei gemachten Beobachtungen.
Den zweiten Schwerpunkt bilden Überlegungen zur Beurteilung von gebautem Raum, der uns alle ständig umgibt. Räume und Plätze beeinflussen uns in vielfältiger Weise; dies wird uns jedoch oft nur durch ein diffuses Gefühl bewusst. Auch wenn wir aufgefordert werden, Architektur zu beurteilen, tun wir uns schwer, jenseits des Geschmacks Worte zu finden.
Während eines Spazierganges durch den Augarten, wollen wir deshalb gemeinsam Beurteilungskriterien erarbeiten, mit denen man Gebautes differenzierter einschätzen kann. Dies kann in zukünftigen Gesprächen mit ArchitektInnen und allen, die für die Errichtung von Gebäuden und Außenräumen zuständig sind, nützlich werden.
In diesem Zusammenhang wird auch das Thema „Beteiligung“, das gerade bei der Planung von Öffentlichen Plätzen eine zentrale Rolle spielt, zur Sprache kommen.
Streetwork trifft Soziologie
Das Forum wird im Roseggergarten statt finden.
Städtische Orte haben eine Art von Identität, die ihre Nutzung durch die Bewohner bestimmt. Ihre formell vorgegebenen Funktionen sind "angeschrieben" und in die bauliche Gestalt eingeschrieben: Haltestellen, Verkehrsflächen, Parkanlagen, Denkmäler, Märkte und Veranstaltungsflächen. Neben diesen formellen Bestimmungen scheint es auch ungeschriebene Zugangsregeln zu geben, die über das Schicksal der Orte entscheiden. Manche Warteflächen werden nicht angenommen und manche Denkmäler bleiben unbeachtet. Die Nutzung öffentlicher Orte ist aber auch eine Frage der Macht und der Territorialität. Seit jeher werden die Zentren großer Städte von verschiedenen Bevölkerungsgruppen in unterschiedlichster Weise benutzt, wobei auch heute noch die klassen- und gruppenspezifischen Formen der Aneignung und der Nutzung des öffentlichen Raumes in vielfacher Konkurrenz zueinander stehen. In der Geschichte lassen sich eine Vielzahl von Konflikten und Formen der Regulation belegen, deren Ziel die Verdrängung „unerwünschter“ Personengruppen war. Diese Formen der Verdrängung führen häufig dazu, dass der sozial Schwächere den Repräsentationsort der Statusüberlegenen meidet, - der Ausgeschlossene die Nischen sucht, in denen er geduldet oder übersehen wird. In der Stadt Graz lassen sich derartige Prozesse anschaulich am Beispiel jugendlicher Subkulturen, deren vorwiegender Aufenthaltsort der öffentliche Raum ist, darstellen.
Im zweiten Teil des Forums steht das Erfahren der Lebenswelt junger Menschen im Mittelpunkt. Der Roseggergarten und seine unmittelbare Umgebung werden erkundet und aus dem Blickwinkel der Jugendlichen wahrgenommen.
Weiters werden die Arbeitsansätze und Zugänge von nachgehender Jugendsozialarbeit vorgestellt.
In einer abschließenden Diskussion soll aus den beiden Teilen des Forums ein Gesamtbild entstehen.

