Programm
„…es braucht Räume, die gestaltet und gestaltbar sind!“ – Konzept Lebensweltorientierung
Prof. Dr. Dres. h.c. Hans Thiersch –Erziehungswissenschafter, Sozialpädagoge; Tübingen
Das Verhältnis von Streetwork/Mobiler Jugendarbeit und lebensweltorientierter Sozialer Arbeit soll erörtert werden, um die Mobile Jugendarbeit in der allgemeinen Theorie zu fundieren und ihr so einen Ort im Gefüge der Sozialen Arbeit zu bestimmen und um die allgemeinen Maximen der Lebensweltorientierung zu konkretisieren und zu pointieren. Lebensweltorientierung wird unter verschiedenen Aspekten erörtert werden, als Rekonstruktion des Gegebenen in seinen spezifischen Bewältigungsleistungen, als Bühne eines alltäglichen Pragmatismus, die sozial und gesellschaftlich bestimmt ist, als Ort der Ambivalenzen im „ Dämmerlicht von Wahrheit und Täuschung“, von Routinen, Zwängen, Selbstbehauptungsstrategien und Machtkämpfen und Hoffnungen und Träumen. Im Horizont der lebensweltlichen Dimensionen von Beziehungen, Traditionen und Zeit wird die Dimension des Raumes ausführlicher erörtert werden, wie sie sich als öffentlicher Lebensraum in den heutigen Strukturen und Entwicklungen des Sozialraumes und der Stadt darstellt. Es soll deutlich gemacht werden, dass und wie die hier sich ergebenden sozialpädagogischen Aufgaben ihren Raum in und gegen Mainstream – Tendenzen unserer neokapitalistischen und entgrenzten Gesellschaft brauchen als ein Moment im Projekt der sozialen Gerechtigkeit, auf das sich unser Sozialstaat verpflichtet hat.

